Ein WIP-Limit (Work in Progress) ist eine bewusst gesetzte Obergrenze für die Zahl der Aufgaben, an denen ein Team gleichzeitig arbeitet. Ist das Limit erreicht, wird keine neue Aufgabe begonnen, bis eine andere fertig ist.
Der Sinn ist, den Fokus zu erzwingen. Zu viele gleichzeitige Aufgaben führen zu ständigem Umschalten, langen Wartezeiten und Aufgaben, die ewig zu neunzig Prozent fertig sind. Ein WIP-Limit begrenzt diese Last und sorgt dafür, dass Angefangenes auch abgeschlossen wird.
Ein Bild: Auf einer Autobahn kommt paradoxerweise weniger Verkehr durch, wenn zu viele Autos gleichzeitig auffahren, weil sich alles staut. Weniger Fahrzeuge fließen zügiger. Genauso wirkt ein WIP-Limit auf die Arbeit. Weniger gleichzeitig heißt schneller fertig. Staut es sich trotzdem, zeigt das Limit unmissverständlich, wo die Engstelle liegt.

